Argentinien Reiseguide: Buenos Aires, Mendoza, Patagonien und Iguazú
Argentinien ist das Land der Extreme. Im Norden subtropische Wasserfälle, in der Mitte eine der weinreichsten Regionen der Welt, im Süden Patagonien, wo Gletscher ins Meer kalben und der Wind dir die Worte vom Mund reißt. Dazwischen Buenos Aires, eine Stadt, die niemanden kalt lässt.
Wer einmal dort war, will zurück. Dieser Guide zeigt dir die wichtigsten Stopps und was du wirklich brauchst, um Argentinien gut zu bereisen.
Was erwartet dich in Buenos Aires?
Buenos Aires ist Lateinamerikas Paris, ein Vergleich, den die Einwohner gerne hören. Und er ist nicht ganz falsch. Breite Boulevards, Jugendstil-Architektur, eine Café-Kultur, die das Sitzen verherrlicht. Aber BA ist auch eigensinnig, laut und manchmal chaotisch, und genau das macht es lebendig.
La Boca ist das Viertel, das du aus jedem Argentinien-Foto kennst: farbenfrohe Wellblechwände, der berühmte Caminito, Tangotänzer auf der Straße. Für Touristen, ja. Aber dennoch echt.
Palermo ist das andere Buenos Aires: breite Parkanlagen, internationale Gastronomie, Craft-Beer-Bars, Buchläden in alten Stadthäusern. Hierher zieht es die Porteños, die Stadtbewohner. Recoleta hat den berühmtesten Friedhof des Kontinents, wo Evita Perón begraben liegt, und Sandsteinpalais aus der Belle Époque.
Tango: Wer Buenos Aires ohne Milonga verlässt, hat etwas verpasst. Keine Bühnenshow, sondern eine echte Milonga in San Telmo oder La Viruta, wo Einheimische tanzen und Touristen willkommen sind. Tipp: früh kommen, schauen, erst später tanzen.
Das Steak in Buenos Aires ist kein Klischee. Es ist eine Lebenseinstellung. Ein gutes Bife de Chorizo in einer Parrilla kostet 20 bis 40 Euro. Einfache Asados im Barrio kosten die Hälfte und schmecken genauso gut.
Warum lohnt sich Mendoza als eigener Stopp?
Mendoza liegt im Schatten der Anden, und dieser Schatten ist produktiv. Die Region produziert den besten Malbec der Welt. Das ist keine Übertreibung, sondern Weinkritiker-Konsens. Die Weinregion Luján de Cuyo und das Uco Valley sind die wichtigsten Lagen.
Weintouren per Fahrrad oder mit Shuttle zwischen den Bodega-Weingütern sind der Standard. Half-Day-Tour mit zwei bis drei Weingütern und Mittagessen: 50 bis 80 Euro. Empfehlenswert: Achaval Ferrer, Zuccardi, Catena Zapata, alle international preisgekrönt.
Mendoza ist auch Ausgangspunkt für den Aconcagua, den höchsten Berg der Andes (6.961 Meter). Trekking bis zum Basecamp ist ohne technische Ausrüstung möglich. Das Turismo Mendoza-Portal listet aktuelle Permit-Bedingungen und Führerangebote. Wer auch Córdoba als Zwischenstopp einplant, findet alle Viertel und Unterkunftsoptionen im Córdoba Hotelguide.
Was bietet Patagonien, das sonst nirgends existiert?
Patagonien ist das, was bleibt, wenn alles andere weggeräumt wird. Nichts Überflüssiges. Nur Wind, Steppe, Berge und Stille.
Los Glaciares Nationalpark in der Provinz Santa Cruz ist UNESCO-Welterbe und Heimat des Perito Moreno Gletschers, einem der wenigen wachsenden Gletscher der Welt. Dem Gletscher zuzuschauen, wie Eisblöcke ins Wasser brechen, ist eines der spektakulärsten Naturerlebnisse des Kontinents.
Torres del Paine liegt formal in Chile (nahe der argentinischen Grenze), gehört aber zur klassischen Patagonien-Reise. Die Granitürme. Das blaue Gletschereis. Das Trekken auf dem W-Circuit oder dem O-Circuit. Buchungen für Hütten auf den Trekkingrouten sind Monate im Voraus erforderlich, besonders von November bis März.
El Calafate ist das Logistik-Zentrum für Los Glaciares, El Chaltén der Ausgangsort für Fitz Roy Trekkings. Beide in Argentinien, beide gut erreichbar per Inlandsflug ab Buenos Aires.
Wann ist die beste Reisezeit für Argentinien?
Patagonien funktioniert am besten von November bis März (Südhemisphär-Sommer). Winde sind das ganze Jahr extrem, aber in der Hochsaison ist das Wetter stabiler und die Hütten geöffnet.
Buenos Aires und Mendoza sind ganzjährig bereisbar. März bis Mai (Herbst) ist wunderschön: goldene Weinberge in Mendoza, angenehme Temperaturen in BA, weniger Touristen als im Sommer.
Iguazú funktioniert am besten in der Trockenzeit (April bis Oktober). In der Regenzeit sind die Wasserfälle imposanter, aber Teile des Parks können überflutet sein.
Zur Währung: Argentinien hat einen offiziellen Wechselkurs und einen inoffiziellen Parallelmarkt (Blue Dollar oder CCL). Als Ausländer wechselst du legal über Banken oder digitale Apps wie Wise. Der Unterschied kann erheblich sein. Informiere dich vor der Reise, da sich die Situation regelmäßig ändert.
Speichere deine Argentinien-Reisepläne im Zercy Logbook und behalte alle Optionen auf einen Blick.
Häufige Fragen
Wie lange solltest du für Argentinien einplanen?
Mindestens zwei Wochen, wenn du Buenos Aires und Patagonien kombinieren willst. Drei bis vier Wochen erlauben einen gründlichen Rundtrip mit Buenos Aires, Mendoza, Iguazú und Patagonien. Patagonien alleine braucht mindestens eine Woche.
Was kostet eine Argentinien-Reise?
Flug aus Europa: 700 bis 1.200 Euro je nach Saison und Vorlaufzeit. Vor Ort ist Argentinien günstiger als Westeuropa, wenn du den richtigen Kurs bekommst. Rechne mit 60 bis 100 Euro pro Tag für Unterkunft, Essen und Transport im mittleren Segment.
Welches Visum brauchen EU-Reisende für Argentinien?
EU-Staatsangehörige reisen ohne Visum ein. Touristenaufenthalt bis 90 Tage, verlängerbar auf weitere 90 Tage durch Ausreise und erneute Einreise. Reisepass mit Restgültigkeit erforderlich, Personalausweis reicht nicht.
Wie kommt man zwischen den argentinischen Zielen am besten voran?
Inlandsflüge (Aerolíneas Argentinas, LATAM Argentina) sind für lange Strecken der Standard. Buenos Aires nach Bariloche, El Calafate oder Iguazú dauert per Flugzeug 2 bis 3 Stunden, per Bus 20 bis 30. Mendoza ist per Bus gut aus BA erreichbar (8 Stunden, komfortabler Nachtbus).
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