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Bid Upgrade auf Business Class: So funktioniert das Bietsystem der Airlines

25. Mai 2026 · 7 min Lesezeit

Stell dir vor: Du hast dein Economy-Ticket gebucht, der Flug geht in drei Tagen, und auf einmal landest du in deinem Postfach ein Angebot der Airline. “Möchtest du auf Business Class upgraden? Mach uns ein Angebot.”

Genau das ist ein Bid Upgrade. Kein Glück, keine Meilen. Einfach ein Gebot.

Wie funktioniert ein Bid Upgrade genau?

Airlines haben kurz vor Abflug oft freie Plätze in Business oder Premium Economy. Statt die Sitze leer zu lassen, schicken sie Economy-Passagieren ein Upgrade-Angebot per E-Mail. Du nennst einen Betrag, den du zusätzlich zahlen würdest, und die Airline entscheidet, ob das reicht.

Das System heißt bei Lufthansa “MyUpgrade”, bei British Airways “SeatBid”, bei Qantas “UpgradeMe”. Air New Zealand, Singapore Airlines und ANA haben ähnliche Programme. Du bekommst die Einladung typischerweise 2 bis 7 Tage vor dem Abflug, manchmal auch bis zu 4 Wochen vorher auf Langstrecken.

Das Gebot ist ein Betrag pro Person, nicht pro Strecke. Bei einem Hin- und Rückflug kannst du für jeden Flug separat bieten.

Wie viel solltest du bieten?

Das ist die entscheidende Frage. Zu niedrig und du bekommst eine Absage. Zu hoch und du hättest die Differenz lieber in einen echten Business-Class-Kauf investiert.

Eine Faustregel: Rechne den Unterschied zwischen deinem Economy-Ticket und dem aktuellen Business-Class-Preis aus. Biete dann 20 bis 30 Prozent dieser Differenz. Das ist die Zone, in der Gebote laut Erfahrungsberichten am häufigsten gewinnen.

Ein konkretes Beispiel. Du fliegst Frankfurt nach Singapur. Economy hat 600 Euro gekostet. Business Class kostet aktuell 2.800 Euro. Die Differenz: 2.200 Euro. 20 bis 30 Prozent davon: 440 bis 660 Euro.

Das klingt nach einem guten Deal. Und das ist es auch. Kein Schnäppchen im klassischen Sinne, aber deutlich günstiger als der volle Business-Class-Preis.

Für Kurzstrecken (unter 5 Stunden) sind Bid Upgrades selten sinnvoll. Die Unterschiede in Komfort und Essen sind kleiner, die Gebote aber trotzdem nicht niedrig.

Realistische Gebotsbereiche auf Langstrecken:

Für Interkontinentalflüge bewegen sich erfolgreiche Gebote oft zwischen 150 und 500 Euro zusätzlich. Auf Strecken wie Europa nach Südostasien oder Ozeanien werden manchmal bis zu 700 bis 900 Euro akzeptiert. Auf besonders beliebten Routen im Sommer sind die Erfolgschancen geringer, weil Business schon ausgebucht oder teuer ist.

Was ist eine realistische Erfolgsrate?

Schätzungen aus Reise-Communities und Airline-Daten liegen bei 30 bis 50 Prozent, wenn das Gebot im realistischen Bereich liegt. Das bedeutet auch: bei der Hälfte aller Gebote passiert nichts. Du hörst meist 24 bis 48 Stunden vor Abflug etwas.

Wenn dein Gebot gewinnt, wird die Kreditkarte belastet und du bekommst eine neue Bordkarte. Wenn nicht, passiert gar nichts. Du zahlst deinen ursprünglichen Preis und fliegst Economy.

Low-Cost-Airlines wie Ryanair, easyJet oder Wizz Air haben kein Bid-System. Das Konzept existiert nur bei Full-Service-Airlines mit echten Business- oder Premium-Economy-Kabinen.

Wann kaufst du lieber direkt statt zu bieten?

Es gibt Situationen, in denen ein Bid Upgrade die falsche Wahl ist.

Wenn Business Class aktuell weniger als 200 bis 300 Euro über Economy liegt, buche direkt. Das kommt selten vor, aber auf Strecken mit schlechter Auslastung oder in der Nebensaison gibt es solche Preisfenster. Günstige Business-Class-Tickets findest du mit den richtigen Tricks. Manchmal reichen bereits die Techniken aus dem Artikel.

Wenn du den Sitzplatz garantiert brauchst (Meeting am nächsten Morgen, medizinische Notwendigkeit, reisebedingte Übermüdung), setz nicht auf ein Gebot. Das Ergebnis ist unsicher.

Und wenn die Differenz zwischen Economy und Business so hoch ist, dass dein realistisches Gebot trotzdem über 600 Euro liegt, vergleiche kurz mit Google Flights Tricks. Dort findest du manchmal Last-Minute-Angebote in Business zu ähnlichen Preisen.

Gibt es Alternativen zum Bid Upgrade?

Ja, zwei davon sind sogar kostenlos.

Gate-Upgrade: Kurz vor Abflug am Gate direkt fragen. “Gibt es noch Plätze in Business, die ich upgraden könnte?” Airlines upgraden manchmal gratis bei Überbuchung in Economy oder wenn Business nicht ausgebucht ist. Die Erfolgschancen sind gering, aber der Aufwand auch. Das Schlimmste das passieren kann: ein Nein.

Status-Upgrade: Wer einen Vielfliegerstatus hat (auch niedrige Stufen wie Miles & More Senator oder British Airways Bronze), wird bei Upgrades bevorzugt. Nicht automatisch, aber bei Bid-Geboten identischer Höhe gewinnen Statuskunden fast immer. Lounge-Zugang ohne Business-Ticket zeigt, was mit Status noch drin ist.

Miles-Upgrade: Hast du Meilen oder Avios aus früheren Flügen oder einer Kreditkarte, kann ein Upgrade damit günstiger sein als ein Bargebot. Lufthansa, British Airways und Singapore Airlines ermöglichen Upgrades mit Punkten, teils in Kombination mit einem niedrigen Bargebot (Cash + Miles).


Zercy findet die günstigsten Business-Class-Tickets auf allen Routen, auch wenn du keine Meilen hast. Gib deinen Trip ein und sieh sofort alle Upgrade-Optionen. Speichere die Auswahl im Zercy Logbook damit du beim Buchen alle Optionen zur Hand hast.

Häufige Fragen

Wie lange im Voraus werde ich für ein Bid Upgrade eingeladen?

Typisch sind 2 bis 7 Tage vor Abflug. Einige Airlines wie Singapore Airlines und Lufthansa schicken Einladungen auch bis zu 4 Wochen vorher auf Langstrecken. Die Entscheidung fällt dann oft 24 bis 48 Stunden vor dem Abflug.

Welche Airlines bieten ein Bid-Upgrade-System an?

Lufthansa (MyUpgrade), British Airways (SeatBid), Qantas (UpgradeMe), Air New Zealand, Singapore Airlines und ANA haben aktive Programme. Iberia, Air France und KLM bieten ebenfalls Upgrade-Gebote an. Low-Cost-Airlines wie Ryanair oder easyJet haben kein solches System.

Was passiert wenn mein Gebot verliert?

Nichts. Du fliegst wie gebucht in Economy, es wird kein Betrag belastet, und du bekommst eine kurze Benachrichtigung, dass dein Gebot leider nicht erfolgreich war. Du kannst bei einigen Airlines ein neues Gebot abgeben, wenn noch Zeit vor Abflug ist.

Wie viel ist ein realistisches Gebot auf einem Langstreckenflug?

Auf Interkontinentalflügen (8+ Stunden) liegen erfolgreiche Gebote oft zwischen 150 und 500 Euro zusätzlich zum Economy-Preis. Die Faustregel: 20 bis 30 Prozent der Preisdifferenz zwischen deinem Economy-Ticket und dem aktuellen Business-Class-Tarif. Zu niedrig bieten ist häufiger der Fehler als zu hoch bieten.

Mehr lesen: Business Class ohne Meilen: die cleveren Alternativen · Lounge-Zugang ohne Business-Ticket · Günstig fliegen: 11 Tipps die wirklich funktionieren

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