Island: Der komplette Guide für dein Naturabenteuer
Island ist kein normales Reiseziel. Vulkane, die letztes Jahr ausbrachen, Gletscher, die in 30 Jahren weg sein könnten, und Nordlichter, die man nicht plant, sondern jagt. Das Land ist dramatisch, teuer und unvergleichlich. Hier ist, wie du das Beste aus deiner Reise machst.
Zwei Arten, Island zu erleben
Option 1: Reykjavik plus Südküste (4 bis 5 Tage) Der Klassiker. Du landest in Keflavik, schläfst in Reykjavik, machst den Golden Circle als Tagesausflug und fährst zwei Tage an die Südküste mit Seljalandsfoss, Skógafoss, Vík und dem schwarzen Strand Reynisfjara. Kompakt und intensiv.
Option 2: Ring Road komplett (8 bis 12 Tage) Die Route 1, 1.332 Kilometer einmal um die Insel. Du siehst alles: Südküste, Ostfjorde, Nord-Island mit Akureyri, den Goldenen Kreis. Das ist die Erfahrung, die Island wirklich zeigt.
Für beide brauchst du einen Mietwagen. Ohne Auto erlebst du Island nicht.
Was ist der Golden Circle und was musst du dort sehen?
Drei Stopps innerhalb von 250 Kilometern, alles an einem Tag machbar.
Þingvellir Nationalpark: Die tektonischen Platten von Europa und Nordamerika driften hier auseinander. Du läufst durch den Riss. UNESCO-Welterbe, altes Parlament der Wikinger.
Geysir / Strokkur: Der Geysir, der alle großen Geysire der Welt benannt hat. Strokkur schießt alle 5 bis 10 Minuten 20 bis 30 Meter Wasser in die Luft.
Gullfoss: Ein zweistufiger Wasserfall, 32 Meter tief. Im Winter teilweise gefroren. Der Name heißt “Goldener Wasserfall”.
Blaue Lagune oder Sky Lagoon: Was lohnt sich mehr?
Beide sind geothermische Spa-Landschaften, beide kosten viel (70 bis 100 Euro), beide lohnen sich, aber unterschiedlich.
Blaue Lagune: das ikonische Bild. 30 Minuten vom Flughafen. Besucherstrom ist hoch, Slots müssen Wochen vorher gebucht werden. Das Erlebnis ist touristisch aber spektakulär.
Sky Lagoon: neuer (2021), näher an Reykjavik, moderner. 7-Schritt-Ritual mit Sauna und Kältebad am Meer. Weniger voll. Insider-Tipp: lohnt sich mehr für ein ruhiges Erlebnis.
Mein Tipp: plan die Blaue Lagune am Tag der Abreise vor deinem Flug. Du bist schon in der Nähe des Flughafens, und nach der Reise ist entspannend.
Nordlichter: wann und wo
September bis März ist die Saison. Januar und Februar sind statistisch am besten. Du brauchst:
- Klaren Himmel (Wolken sind der größte Feind)
- Starke Sonnenaktivität (Kp-Index 4 oder höher)
- Abstand von Lichtverschmutzung
Die Aurora-Vorhersage der Isländischen Meteorologie-Agentur ist Pflicht. Plan 3 bis 5 Nächte in einer Unterkunft außerhalb Reykjaviks (z.B. Hotel Rangá im Süden), damit du mehrere Chancen hast.
Gletscher: die dringende Reise
Die isländischen Gletscher verlieren jedes Jahr Eis. In 50 Jahren könnten sie weg sein. Wer jetzt geht, sieht sie noch.
Sólheimajökull: leicht zugänglich, 2 Stunden von Reykjavik. Geführte Gletschertouren ab 90 Euro.
Jökulsárlón Gletscherlagune: Eisberge schwimmen in einer Lagune, manche treiben zum schwarzen Diamond Beach. 4,5 Stunden Fahrt von Reykjavik, ein ganzer Tag nötig.
Vatnajökull-Gletscher: der größte Europas. Im Winter kannst du in Eishöhlen hinein, die sich jedes Jahr neu bilden. Nur mit geführter Tour, ab 180 Euro.
Vulkane und Geothermie
Island ist der einzige Ort der Welt, wo die atlantische Mittelatlantische Rift über Wasser ist. Deshalb die vielen Vulkane und heißen Quellen.
Landmannalaugar: bunte Rhyolith-Berge und natürliche heiße Quellen in der Natur. Nur im Sommer zugänglich (Juni bis September). 4x4 oder organisierte Tour nötig.
Reykjanes-Halbinsel: hier brach der Fagradalsfjall zuletzt 2023 aus. Geführte Lava-Feld-Wanderungen sind möglich, wenn sicher.
Mývatn-See im Norden: Geothermische Felder, Pseudokrater, und das Mývatn Nature Baths (billigere Alternative zur Blauen Lagune).
Mietwagen: dein Island-Werkzeug
Ein Mietwagen in Island ist teurer als fast überall sonst. 80 bis 150 Euro pro Tag für einen normalen SUV. Im Sommer für die F-Roads (Hochland) unbedingt 4x4 mit hoher Bodenfreiheit.
Versicherung: Island hat spezielle Versicherungen, die du nur dort bekommst. Gravel Protection (Kies-Schutz), Sand- und Aschesturm-Schutz sind wichtig, weil diese Schäden häufig auftreten. Ein Mietwagen-Consolidator hilft, alle Versicherungen aufs einmal zu bündeln.
Versteckte Kosten: Benzin ist teuer (ca. 2,20 Euro pro Liter). Plan 150 bis 250 Euro Sprit für die Ring Road ein. Mehr zu versteckten Mietwagen-Kosten im dedizierten Artikel.
Wie teuer ist Island wirklich?
Island ist eines der teuersten Reiseländer weltweit. Realistische Kosten pro Person für eine Woche:
- Flüge ab Europa: 300 bis 600 Euro
- Mietwagen (7 Tage, geteilt durch 2): 350 Euro
- Unterkunft Mittelklasse: 700 bis 1.000 Euro
- Essen: 40 bis 60 Euro pro Tag
- Aktivitäten: 300 bis 500 Euro
- Gesamt: 1.800 bis 2.800 Euro pro Person
Spar-Tipps: Supermarkt Bónus statt Restaurant. Hot Dogs (pylsur) sind der isländische Fast-Food-Klassiker für 5 Euro. Airbnb oder Gästehäuser statt Hotels.
Wann ist die beste Reisezeit für Island?
- Juni bis August: Mitternachtssonne, beste Straßen, teuerste Saison. Hochland zugänglich.
- September bis Oktober: Nordlichter starten, weniger Touristen, gute Preise. Mein Favorit.
- November bis März: Winter-Abenteuer, Eishöhlen, Nordlichter. Kurze Tage, gefährliche Straßen. Erfahrene Fahrer.
- April bis Mai: Übergangszeit, Straßen öffnen wieder, Preise moderat.
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Mehr lesen: Mietwagen-Consolidator: Warum damit oft günstiger · Mietwagen-Fallen: Versteckte Kosten vermeiden · Geheimtipps Europa
Häufige Fragen
Wann sieht man am besten Nordlichter?
Von Ende September bis März, mit dem Peak im Januar und Februar. Du brauchst klaren Himmel und starke Sonnenaktivität (Kp-Index 4 oder höher). Plan mindestens 3 Nächte außerhalb Reykjaviks, damit du mehrere Chancen hast. Die Aurora-Vorhersage auf vedur.is ist dein wichtigstes Werkzeug.
Wie viel Zeit brauchst du für die Ring Road?
Minimum 7 Tage, realistisch 10. Unter 7 Tagen hetzt du durch und verpasst die Seitenwege, die oft die schönsten sind (Snæfellsnes-Halbinsel, Westfjorde). Mit 10 bis 12 Tagen kannst du tiefer in Fjorde, heiße Quellen abseits der Hauptroute und Hiking einbauen.
Warum ist Island so teuer?
Island importiert fast alles. Das Land hat 380.000 Einwohner, eine harte Währung und wenig Wettbewerb im Tourismus. Ein normales Mittagessen kostet 25 bis 35 Euro, eine Tankfüllung 90 bis 120 Euro, ein Hotel-Standardzimmer 200 bis 300 Euro. Rechne vor der Reise realistisch.
Welche Versicherung brauchst du für den Mietwagen?
Mindestens Gravel Protection (Kies-Schutz) und Sand- und Aschesturm-Versicherung. Die Standard-Vollkasko deckt das meist nicht ab. Die zusätzlichen Policen kosten 15 bis 25 Euro pro Tag, lohnen sich aber, weil Steinschlag-Schäden auf den kiesigen Nebenstraßen häufig sind.
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