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Marokko Städte Guide: Fes, Casablanca, Chefchaouen und Meknes

14. Mai 2026 · 8 min Lesezeit

Marrakesch kennt fast jeder. Aber Marokko hat mehr. Viel mehr. Die Medina von Fes ist älter und weniger touristisch. Casablanca ist Metropole, nicht Museum. Chefchaouen ist ein Foto aus einem anderen Jahrhundert. Und Meknes ist die vergessene Kaiserstadt.

Dieser Guide fokussiert sich auf die vier Städte, die Marokko jenseits von Marrakesch ausmachen.

Was macht die Medina von Fes einzigartig?

Fes el-Bali ist die älteste noch bewohnte Medina der Welt. UNESCO-Welterbe seit 1981. 9.000 Gassen, keine Autos, nur Esel und Menschen. Wenn du eine Stunde allein darin bist, bist du verloren. Das ist kein Nachteil. Das ist der Punkt.

Die Bou Inania Madrasa ist das architektonische Meisterwerk der Stadt. Eine islamische Hochschule aus dem 14. Jahrhundert mit Zellij-Kacheln, Stuck-Reliefs und Zedernholzschnitzereien von einer Detailtiefe, die keine Fotografie wiedergibt. Eintritt für Nicht-Muslime: günstig und absolut lohnend.

Das Gerber-Viertel Chouara ist Fes’ Sehenswürdigkeit: eine jahrhundertealte Ledergerberei, die noch immer traditionell arbeitet. Du schaust von den Terrassen der Ledergeschäfte direkt hinunter in die Bottiche. Der Geruch ist intensiv. Etwas Minze hilft. Die Lederhändler geben dir etwas davon. Das ist kalkuliertes Merchandising, aber trotzdem echte Szene.

Der Madrasa Bou Anania steht für die Pracht der Meriniden-Architektur, ebenso wie die kleinere Attarine Madrasa direkt neben der Kairouin-Moschee, einer der ältesten Universitäten der Welt (seit 859 n.Chr.).

Für Fes-Reisende empfiehlt das Marrakech-Fes Heritage Project gute Hintergrundinformationen zur Stadtgeschichte.

Was sehenswert ist in Casablanca?

Casablanca ist keine Touristenstadt. Es ist Marokkos Wirtschaftszentrum. 4 Millionen Menschen, Stau, Business. Und trotzdem: Zwei Dinge machen einen Besuch lohnend.

Die Hassan-II.-Moschee ist die drittgrößte Moschee der Welt und steht auf einem Felsvorsprung über dem Atlantik. Bei Flut scheint sie auf dem Wasser zu schweben. Das Minarett (200 Meter hoch) sendet einen Laserstrahl Richtung Mekka. Geführte Touren für Nicht-Muslime: täglich, ca. 15 bis 20 Euro. Pflichtbesuch in Casablanca.

Art Deco Architektur: Casablanca hat eines der größten Art-Deco-Ensembles weltweit aus den 1920er bis 1940er Jahren (Protektoratszeit unter Frankreich). Manche Viertel sehen aus wie zufällig stehengelassenes Europa. Die Corniche (Uferpromenade) ist entspannt, touristisch, mit Meerblick.

Casablanca ist keine Stadt für mehrere Tage. Für eine Nacht oder als Transitpunkt auf dem Weg nach Fes oder Marrakesch ist es perfekt.

Warum ist Chefchaouen besonders?

Chefchaouen liegt im Rif-Gebirge, 3 Stunden von Fes und 4 Stunden von Tanger. Die ganze Altstadt ist in Blau- und Weißtönen gestrichen. Gründe dafür: historisch umstritten (jüdische Einwanderer im 15. Jahrhundert, spätere Tradition). Ergebnis: eine der fotogenischsten Städte der Welt.

Es ist touristisch. Es weiß es. Und es funktioniert trotzdem. Die blauen Gassen, die Textilfärbereien, die Moscheen, die Cafés mit Katzen, das alles hat seinen eigenen Rhythmus.

Das Beste: früh aufstehen. Um 6 oder 7 Uhr morgens gehören die Gassen fast dir allein. Um 10 Uhr ist es die Instagram-Meute. Der Unterschied ist enorm.

Wandern von Chefchaouen in den Rif (Cascades d’Akchour, 1 bis 2 Stunden zu Fuß) ist authentischer als die Stadt selbst und lohnt sich für einen vollen Tag.

Was ist Meknes und warum lohnt sich die Stadt?

Meknes ist Marokkos meistunterschätzte Kaiserstadt. Weniger Touristen als Fes, größer als Chefchaouen, historisch enorm bedeutend.

Bab Mansour ist das beeindruckendste Stadttor Marokkos, vielleicht Nordafrikas. Ein Triumphbogen aus dem frühen 18. Jahrhundert, mit Marmorsäulen aus Volubilis (dem römischen Ruinenfeld 30 Kilometer entfernt) und Zellij-Mosaiken. Der Platz davor ist Meknes’ Herz.

Moulay Ismail Mausoleum: Grabstätte des Sultans Moulay Ismail, unter dem Meknes zur Hauptstadt wurde. Nicht-Muslime können den Vorhof besichtigen, nicht das Innere. Die Architektur ist trotzdem beeindruckend.

Volubilis: 30 Kilometer von Meknes, Tagesausflug. Die am besten erhaltenen römischen Ruinen Marokkos, mit Mosaiken, Triumphbogen und Straßen aus der Kaiserzeit. UNESCO-Welterbe.

Wer den Städtetrip mit Atlantikluft und Meeresfrüchten abrunden will: Agadir und Essaouira liegen gut erreichbar an der Küste. Die besten Hotels findest du in unserem Agadir Hotelguide und im Essaouira Hotelguide.

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Häufige Fragen

Wie kommt man zwischen den marokkanischen Städten voran?

Marokko hat ein gutes Zugnetz (ONCF). Casablanca nach Fes: ca. 4 Stunden, 15 bis 20 Euro. Casablanca nach Marrakesch: 3 Stunden. Chefchaouen ist nur per Bus oder Taxi erreichbar (kein Bahnanschluss). CTM-Busse sind komfortabel und pünktlich.

Wann ist die beste Zeit für einen Marokko-Städtetrip?

März bis Mai und Oktober bis November sind ideal. Angenehme Temperaturen (18 bis 25 Grad), keine extremen Sommer- oder Winterkälte. Juni bis August ist heiß in Fes und im Inland (35 bis 40 Grad möglich). Dezember bis Februar kann kalt sein, besonders in Chefchaouen im Gebirge.

Wie sicher sind die marokkanischen Städte für Touristen?

Marokko gilt allgemein als sicheres Reiseziel. In Medinas ist Taschendiebstahl möglich. Allein reisende Frauen berichten von Belästigungen, besonders in Fes und Marrakesch. Selbstbewusstes Auftreten und festes Ablehnen helfen. Nachts in belebten Gebieten bleiben.

Braucht man einen Guide in der Fes-Medina?

Offiziell nicht. Inoffiziell kann ein offizieller Guide hilfreich sein für die ersten 3 Stunden, um die wichtigsten Punkte zu verstehen (Chouara-Gerberei, Bou Inania, Kairouin). Danach allein erkunden ist das Erlebnis. Offizielle Guides über das Tourismusbüro buchen, keine Straßenführer.


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