Mietwagen-Check: 10 Dinge prüfen bevor du losfährst
Der Mietwagen-Schalter ist geschafft, die Schlüssel sind in der Hand, das Abenteuer ruft. Und genau dann machen die meisten Fehler.
Fünf Minuten Aufmerksamkeit jetzt sparen dir hunderte Euro später. Hier ist die vollständige Checkliste — und warum jeder Punkt wirklich wichtig ist.
Vor der Abfahrt: Was du immer tun solltest
1. Jeden Kratzer fotografieren — wirklich jeden
Geh einmal komplett um das Auto herum. Fotografiere jeden Kratzer, jede Delle, jede Abnutzung — mit Zeitstempel eingeschaltet auf dem Handy. Lade die Fotos direkt in die Cloud (iCloud, Google Photos), damit du einen verifizierten Zeitstempel hast.
Klingt übertrieben? Ist es nicht. Einige Autovermietungen berechnen Schäden, die sie selbst verursacht haben, oder die schon lange da waren. Ohne Fotos bist du in der Beweispflicht — und verlierst meistens.
Dokumentiere auch kleine Dinge: Steinschlag in der Windschutzscheibe, Kratzer an der Stoßstange, ausgeblichene Stelle im Lack.
2. Schäden mit dem Mitarbeiter gemeinsam dokumentieren
Zeig dem Mitarbeiter bei der Übergabe, was du fotografiert hast. Lass dir jeden bereits vorhandenen Schaden auf dem Übergabeprotokoll schriftlich bestätigen. Unterschreib das Protokoll erst, wenn alle vorhandenen Schäden dokumentiert sind.
Bei einigen günstigen Anbietern gibt es keinen Mitarbeiter der das Auto persönlich übergibt — du findest nur die Schlüssel. In diesem Fall: noch sorgfältiger dokumentieren, und schick die Fotos sofort per E-Mail an die Vermietung als schriftlichen Nachweis.
3. Den Tankstand exakt prüfen
Ist er wirklich voll? Schau selbst auf die Tankanzeige — nicht auf das Protokoll. Die Tankanzeige zeigt oft nicht bis auf den letzten Liter genau.
Wenn die Vereinbarung “voll zurückgeben” lautet und der Tank beim Abholen nur zu 7/8 voll ist: sofort ansprechen und im Protokoll notieren. Ansonsten wirst du für die fehlenden 12,5% beim Zurückgeben zur Kasse gebeten — zu Flughafenpreisen.
Tankservice niemals annehmen: Fast immer 50–100% teurer als selbst tanken. Bezahl immer selbst.
4. Alle vier Reifen checken
Kein Reifenprofiltiefenmesser nötig — aber schau, ob die Reifen:
- Gleichmäßig aussehen (nicht auf einer Seite abgefahren)
- Keine sichtbaren Risse, Blasen oder Fremdkörper haben
- Ordentlich aufgepumpt wirken (nicht flach)
Ein Reifen der beim Abholen schon Probleme hat und auf der Reise dann platzt: das kann teuer werden, wenn du nicht nachweisen kannst dass der Schaden nicht von dir kam.
5. Das Reserverad (oder Pannenset) lokalisieren
Wo ist es? Ist es vorhanden? Neuere Autos haben oft kein Reserverad mehr, nur ein Pannenspray. Weiß du, wie das funktioniert? Kläre das jetzt, nicht nachts auf einer leeren Landstraße.
Im Ausland — besonders in Südeuropa, Marokko, Osteuropa — auf Reifenpannen ohne Equipment zu sitzen ist kein Spaß. Speichere auch die Notfallnummer des Vermieters (Punkt 10) bevor du abfährst.
6. Innenraum ebenfalls prüfen
Dashboard, Sitze, Verkleidungen — auch Innenraumschäden können dir später angelastet werden. Verbrennungsflecken, Risse im Leder, Flecken auf Sitzen. Alles fotografieren.
7. Die Versicherungsbedingungen verstehen
Was ist dein Selbstbehalt? Viele Standardversicherungen decken Schäden bis zu einem bestimmten Betrag (oft 500–1.500 Euro) nicht ab — das zahlst du selbst.
Viele Kreditkarten bieten Mietwagen-Kollisionsversicherung an. Prüfe das vor dem Abflug — nicht am Schalter. Gilt die Versicherung für dein Reiseland? Gilt sie auch für Unterboden- und Dachschäden? Viele Standardversicherungen (auch Kreditkarten-Policen) schließen genau das aus.
Ähnlich wie beim Lounge-Zugang am Flughafen lohnt sich die Recherche vorab — damit du am Schalter keine teuren Versicherungsupgrades kaufst, die du vielleicht gar nicht brauchst.
8. GPS und Infotainment testen
Ist das Navi vorhanden und aktuell? Funktioniert Apple CarPlay oder Android Auto? Wenn du auf das Navi angewiesen bist und es im Mietwagen nicht funktioniert — jetzt ist der Zeitpunkt zum Reklamieren.
Alternative: Offline-Karten auf dem Handy laden (Google Maps, Maps.me) bevor du abfährst. In Ländern mit teuren Roaming-Tarifen unverzichtbar.
9. Spiegel einstellen, Sitz anpassen
Klingt banal. Ist es nicht. Auf einer engen Landstraße in Portugal oder einer Autobahn in den USA merkst du schnell, ob der Außenspiegel nicht stimmt oder der Sitz falsch eingestellt ist.
Kupplung, Gaspedal, Bremse — in manchen Ländern (USA) ist alles Automatik. In Europa meistens Schaltgetriebe. Wenn du nur Automatik gewohnt bist: Beim Buchen explizit “Automatik” angeben.
10. Die Notfallnummer des Vermieters speichern
Pannenhilfe, Unfallmeldung, Schlüsselverlust — die Nummer sollte in deinem Telefon sein, bevor du das Gelände verlässt. Die Papiere im Handschuhfach findest du vielleicht nicht, wenn’s drauf ankommt.
Kosten die du oft vermeiden kannst
Tankservice: Fast immer teurer als selbst tanken. Niemals annehmen.
Zusätzliche Fahrer: Oft 10–15 Euro pro Tag extra. Manchmal mit Kreditkarte oder ADAC-Mitgliedschaft kostenlos abgedeckt. Vorab prüfen.
Kindersitz vom Vermieter: Häufig 15–25 Euro pro Tag — für eine Woche summiert sich das. Eigenen Autokindersitz mit einem Kopfkissenbezug als Schutzhülle im Handgepäck mitnehmen. Oder vorab günstiger bei einem lokalen Anbieter buchen.
Versicherungsupgrade vor Ort: Immer teurer als vorab gebucht. Falls du einen Full-Protection-Tarif willst: über den Buchungsanbieter buchen, nicht am Schalter.
Navigationssystem: 10–15 Euro pro Tag für ein fest eingebautes Navi ist unnötig. Google Maps offline reicht für die meisten Reisen vollständig.
Mietwagen richtig buchen und prüfen spart echtes Geld. Zercy hilft dir, den besten Mietwagen für dein Reiseziel zu finden — direkt beim Flug mitbuchen.
Häufige Fragen
Wer zahlt wenn der Mietwagen beschädigt zurückgebracht wird?
Das hängt von der Versicherung ab. Ohne Vollkasko: du trägst den Selbstbehalt (meistens 500–1.500 Euro). Mit Vollkasko: kein Selbstbehalt, aber schaue ins Kleingedruckte (Unterboden? Reifen?). Mit Kreditkarten-Kollisionsschutz: die Kreditkarte übernimmt meistens, wenn du die Versicherung des Vermieters ablehnt hast — aber mit Ausschlüssen.
Kann die Mietwagenfirma Schäden berechnen, die schon da waren?
Ja, wenn du sie nicht dokumentiert hast. Der Nachweis liegt bei dir. Deshalb: immer alles fotografieren, sofort in die Cloud laden, und einen der Mitarbeiter unterschreiben lassen wenn Schäden vorhanden sind.
Ist ADAC-Mitgliedschaft beim Mietwagen sinnvoll?
Ja, aus mehreren Gründen. ADAC-Mitglieder bekommen bei vielen Vermietungen (Sixt, Hertz, Avis, Europcar) Rabatte und kostenlose Zusatzfahrer. Außerdem: ADAC bietet eine Auslandskranken- und Pannenhilfe, die im Ausland sehr wertvoll ist.
Welche Versicherung ist beim Mietwagen die beste?
Für die meisten Normalfälle: die Kreditkarten-Kollisionsversicherung (wenn enthalten) kombiniert mit der Haftpflicht des Vermieters. Prüfe aber die Ausschlüsse (Unterboden, Dach, Spiegel, Reifen). Für Reisen in Länder mit schwieriger Infrastruktur oder hohem Schadensrisiko: Full Protection direkt beim Vermieter.
Mehr lesen: 7 Flughafen-Tricks für entspanntes Reisen · Eine Woche nur mit Handgepäck · Costa Rica: Surfen & Pura Vida
Zercy ausprobieren
Kein Formular, kein Konto. Einfach deine Reiseidee eintippen — Zercy denkt mit.
✈ Kostenlos loslegen