Mietwagen-Tankregelung: Lohnt sich der Prepaid-Tank wirklich?
Kurze Antwort: Voll-zu-Voll ist fast immer die günstigste Wahl. Du zahlst nur den Sprit, den du wirklich verbrauchst, und tankst vor der Rückgabe selbst voll. Der Prepaid-Tank ist meist eine Abzocke: Du kaufst einen ganzen Tank im Voraus und bekommst für ungenutzten Sprit keinen Cent zurück. Lehn ihn ab.
Du stehst am Schalter, der Flug war lang, und die Frau hinter dem Tresen lächelt: “Wollen Sie den Volltank gleich mitbuchen? Nur 75 Euro vorab, dann geben Sie den Wagen einfach leer zurück. Viel entspannter, Sie müssen vor dem Abflug keine Tankstelle suchen.” Klingt bequem. Klingt fair. Ist es aber selten. Diese Verkaufsmasche kostet dich in den meisten Fällen bares Geld, und zwar genau dann, wenn du am wenigsten Lust auf Rechnen hast. Schauen wir uns an, warum.
Was heißt Voll-zu-Voll und was heißt Prepaid?
Es gibt zwei Grundmodelle, und der Unterschied entscheidet über deine Endrechnung.
Voll-zu-Voll heißt: Du holst den Wagen mit vollem Tank ab und gibst ihn mit vollem Tank zurück. Du zahlst nur den Sprit, den du unterwegs verbrauchst, und den zum normalen Tankstellenpreis. Kurz vor der Rückgabe fährst du an eine Tankstelle, füllst auf, fertig. Das ist das Modell, das dich am wenigsten kostet.
Prepaid (voll kaufen, leer zurück) dreht die Logik um: Du bezahlst schon bei der Abholung einen kompletten Tank und gibst den Wagen dann leer zurück. Der Haken: Für Sprit, den du nicht verfährst, gibt es keine Erstattung. Auch nicht, wenn du mit halbvollem Tank ankommst. Was im Tank bleibt, ist für dich verloren.
Warum ist Prepaid meist ein Verlustgeschäft?
Weil die Rechnung fast nie zu deinen Gunsten aufgeht. Der Break-even liegt erst, wenn du den Wagen mit rund fünf Prozent Restfüllung zurückgibst. Das exakt zu timen ist praktisch unmöglich. Kein Mensch fährt eine Leihkarre bewusst bis kurz vor die Reservelampe und plant das auf die letzten Kilometer zum Flughafen. In über 85 Prozent der Fälle ist Selbst-Tanken billiger.
Die Vermieter wissen das genau. Sie kalkulieren ihren Gewinn direkt aus dem Sprit, den du übrig lässt. Du zahlst also nicht für einen fairen Gegenwert, sondern für ein bisschen Flexibilität, die du meistens gar nicht brauchst. Auch das Reiseportal Frommers rät klar zu Voll-zu-Voll und vom Prepaid-Tank ab, solange du vor der Rückgabe selbst auftanken kannst.
Wenn du wissen willst, welche versteckten Posten sonst noch auf deiner Rechnung landen, hilft dir unser Überblick zu versteckten Mietwagenkosten weiter.
Was kostet Nicht-Volltanken bei Voll-zu-Voll?
Voll-zu-Voll hat eine Fallgrube: Wenn du den Wagen nicht komplett vollgetankt zurückgibst, greift die Nachtank-Gebühr. Und die ist happig. Der Vermieter füllt für dich auf, aber zu seinem Preis, nicht zum Tankstellenpreis.
Konkret bewegt sich das zwischen dem 2- und 4-Fachen des normalen Spritpreises. Am günstigsten war zuletzt Thrifty mit rund 8,50 USD pro Gallone, das entspricht dem 2,3-Fachen. Am teuersten war Sixt mit rund 12,50 USD pro Gallone, also dem 3,4-Fachen. Aus einer kleinen Bequemlichkeit wird schnell ein dicker Aufschlag.
Die Regel ist deshalb einfach: Bei Voll-zu-Voll immer selbst volltanken, kurz vor der Rückgabe, und den Beleg der Tankstelle aufheben. Damit umgehst du jede Diskussion. Wie du das sauber in deinen Rückgabe-Ablauf einbaust, steht in unserem Mietwagen-Check.
Wann lohnt sich Prepaid doch?
Es gibt Situationen, in denen der Prepaid-Tank ausnahmsweise die entspanntere Wahl ist. Nicht die billigste, aber die passendere.
Lohnt sich, wenn:
- Du den Wagen ohnehin fast leer zurückgibst, weil du bis zum Schluss viel fährst
- Dein Flug früh geht und du keine Zeit für einen Tankstellen-Umweg hast
- Der Rückgabeort abgelegen liegt und keine Tankstelle in der Nähe ist
- Du bereit bist, für Zeitersparnis ein paar Euro mehr zu zahlen
Lohnt sich nicht, wenn:
- Du nur eine kurze oder mittlere Strecke fährst und viel Sprit übrig bleibt
- Es rund um den Rückgabeort genug Tankstellen gibt
- Du zeitlich flexibel bist und den Umweg leicht einplanen kannst
- Du einen großen Wagen mit großem Tank hast, denn dort schlägt der Aufschlag am härtesten zu
Ein Rechenbeispiel, das die Sache klärt
Nehmen wir einen Wagen mit 50-Liter-Tank und einer Woche Kurztrip. Du verfährst etwa die Hälfte, also 25 Liter.
Voll-zu-Voll: Du tankst am Ende die verbrauchten 25 Liter nach, zu 1,80 Euro pro Liter. Das sind 45 Euro. Mehr zahlst du nicht.
Prepaid: Du kaufst den vollen 50-Liter-Tank vorab für 75 Euro. Die 25 Liter, die du nicht verfährst, sind weg. Kein Cent Erstattung.
Differenz: 30 Euro, die du beim Prepaid-Tank verschenkst. Für nichts. Und das war ein moderates Beispiel. Bei einem größeren Tank oder weniger gefahrenen Kilometern wird die Lücke noch größer.
So wählst du die richtige Tankregelung
Der beste Zeitpunkt für die richtige Entscheidung ist nicht der Schalter, sondern die Buchung. Bei vielen Anbietern kannst du die Tankregelung schon vorab filtern und Voll-zu-Voll gezielt auswählen, zum Beispiel über EconomyBookings. Dann gibt es am Tresen nichts mehr zu diskutieren, und du fällst nicht auf die spontane Volltank-Masche herein.
Wenn du beim Buchen ohnehin am Vergleichen bist, lohnt sich auch ein Blick darauf, ob ein Consolidator dir das Auto günstiger vermittelt.
Plane deine Mietwagen-Route, deine Tankstopps und deine Rückgabe zusammen mit deinen Flügen und Hotels im Zercy Logbook. So siehst du auf einen Blick, ob am Rückgabetag genug Puffer für einen Tankstopp bleibt oder ob Prepaid ausnahmsweise die klügere Wahl ist.
Mehr lesen
- Mietwagen-Check vor der Rückgabe
- Versteckte Mietwagenkosten vermeiden
- Mietwagen-Versicherung: Lohnt sich die CDW?
Häufige Fragen
Was ist günstiger, Voll-zu-Voll oder Prepaid?
Voll-zu-Voll ist in über 85 Prozent der Fälle günstiger, weil du nur den verbrauchten Sprit zum Tankstellenpreis zahlst. Beim Prepaid-Tank bekommst du für ungenutzten Sprit keine Erstattung.
Wie viel kostet die Nachtank-Gebühr?
Sie liegt beim 2- bis 4-Fachen des normalen Spritpreises. Am günstigsten war zuletzt Thrifty mit dem 2,3-Fachen, am teuersten Sixt mit dem 3,4-Fachen. Deshalb bei Voll-zu-Voll immer selbst volltanken.
Wann lohnt sich der Prepaid-Tank ausnahmsweise?
Wenn du den Wagen fast leer zurückgibst, dein Flug früh geht, der Rückgabeort abgelegen liegt oder keine Tankstelle in der Nähe ist. Dann zahlst du für Zeitersparnis, nicht für Wert.
Wo wähle ich die Tankregelung aus?
Am besten schon bei der Buchung. Viele Anbieter zeigen die Tankregelung vorab an, sodass du Voll-zu-Voll gezielt wählen kannst. Am Schalter lehnst du das Prepaid-Angebot dann einfach ab.
Zercy ausprobieren
Kein Formular, kein Konto. Einfach deine Reiseidee eintippen — Zercy denkt mit.
✈ Kostenlos loslegenJede Woche eine Stadt, die du noch nicht auf dem Radar hast.
3 Hotels, 1 Flug-Tipp — direkt ins Postfach. Kein Spam.