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Reisetipps

Reisekrankenversicherung: Wann sie nötig ist und was sie kostet

25. Mai 2026 · 7 min Lesezeit

Eine Blinddarmoperation in den USA kostet 30.000 bis 60.000 Euro. Ein Beinbruch nach einem Skiunfall in Australien: 10.000 bis 20.000 Euro. Ein Krankenhausaufenthalt in Thailand: 1.000 bis 5.000 Euro je nach Schwere.

Deine gesetzliche Krankenversicherung zahlt in keinem dieser Länder. Das ist keine kleine Lücke. Das ist ein finanzielles Desaster, wenn es passiert.

Wann zahlt die GKV im Ausland?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat Abkommen mit bestimmten Ländern. Innerhalb der EU und einigen weiteren Ländern (Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein, Türkei, Tunesien, Marokko, bestimmte Balkanstaaten) gibt es gegenseitige Anerkennung.

Die Europäische Krankenversichertenkarte (EHIC) ist der Schlüssel dafür. Du hast sie auf der Rückseite deiner Versichertenkarte. Mit der EHIC behandeln dich öffentliche Ärzte und Krankenhäuser in EU-Ländern zu denselben Bedingungen wie Einheimische.

Das klingt gut. Ist es aber nicht immer. Die EHIC deckt nur öffentliche Ärzte und Krankenhäuser. Viele Touristenziele haben vor allem Privatpraxen. Notfallrücktransporte sind nicht gedeckt. Und in vielen Ländern ist die medizinische Versorgung im öffentlichen System deutlich schlechter als du es gewohnt bist.

Für alle anderen Reiseziele gilt: Keine EHIC-Abkommen, kein GKV-Schutz. USA, Kanada, Mexiko, Asien, Australien, Afrika, Südamerika: Du zahlst alles selbst.

Was deckt eine Reisekrankenversicherung ab?

Eine Reisekrankenversicherung deckt medizinisch notwendige Behandlungen im Ausland ab, die über die GKV-Leistungen hinausgehen.

Standardleistungen:

Nicht gedeckt in Standardpolicen:

Offizielle Informationen zu Auslandsversicherungen findest du beim GKV-Spitzenverband.

Was kostet eine Reisekrankenversicherung?

Jahresschutz (weltweit, unbegrenzte Reisedauer pro Einzelreise je nach Anbieter 42 bis 56 Tage): 30 bis 60 Euro pro Person. Familie: 50 bis 90 Euro.

Einzelreise-Schutz: 5 bis 20 Euro je nach Reisedauer und Zielgebiet.

USA/Kanada/Australien: Manchmal teurer. Manche Anbieter schließen diese Länder im Basisschutz aus oder verlangen einen Aufpreis. Prüfe das Kleingedruckte.

Empfehlenswerte Anbieter:

Der ADAC-Schutz für Mitglieder ist eine bekannte Option. Die Stiftung Warentest bewertet Reisekrankenversicherungen regelmäßig: Ergebnisse auf test.de finden.

Wann brauchst du unbedingt eine Reisekrankenversicherung?

Immer wenn du reist außerhalb der EU und der EHIC-Partnerländer. Das ist die absolute Grundregel.

Besonders wichtig:

Auch innerhalb der EU sinnvoll wenn du:

Weitere Infos in unserem Guide Reiseversicherung: Was lohnt sich wirklich und im USA Nationalparks Reiseguide (wo US-Kosten besonders relevant sind).


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Häufige Fragen

Wann reicht die EHIC-Karte für Auslandsreisen?

Die EHIC reicht für unkomplizierte Reisen innerhalb der EU und der EHIC-Partnerländer, wenn du im öffentlichen Gesundheitssystem behandelt werden willst und kein hohes Aktivitätsprofil hast. Für lange Reisen, Risikosportarten oder Länder mit schlechtem öffentlichen Gesundheitssystem reicht sie nicht. Ein Rücktransport wird von der EHIC nie gedeckt.

Was kostet ein Krankenhaus-Notfall in den USA ohne Versicherung?

Ein Besuch in der Notaufnahme (auch ohne Operation) kostet in den USA zwischen 2.000 und 10.000 Dollar. Eine Appendektomie (Blinddarm-OP) 30.000 bis 60.000 Dollar. Ein Herzinfarkt mit Intensivstation: leicht 100.000 Dollar oder mehr. Diese Zahlen sind keine Übertreibung. Ohne Versicherung zahlst du das selbst.

Wie lange vor der Reise musst du die Versicherung abschließen?

Die meisten Reisekrankenversicherungen können noch am Tag vor der Abreise abgeschlossen werden. Einige verlangen, dass du sie vor Buchungsdatum der Reise abschließt (für Kombipolicen mit Stornoversicherung). Für reine Krankenversicherungen genügt ein Abschluss kurz vor Abreise. Warte aber nicht bis zum Flughafenterminal.

Was passiert bei Vorerkrankungen?

Vorerkrankungen sind der kritischste Punkt. Die meisten Policen decken akute Notfälle im Ausland ab, auch wenn eine Vorerkrankung vorliegt. Nicht gedeckt sind geplante Behandlungen und chronische Erkrankungen die sich verschlimmern. Im Zweifel: vor Abschluss beim Versicherer nachfragen und schriftliche Bestätigung holen.


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