Die schönsten Cafés der Welt: Paris, Wien, Tokio, Lissabon, Budapest
Manchmal ist ein Café mehr als ein Ort zum Kaffeetrinken. Es ist Architektur, Geschichte, Atmosphäre. Ein Raum, der nach deinem Besuch in der Erinnerung bleibt wie ein Gemälde. Diese Cafés haben genau das: Sie sind reisewürdig. Nicht wegen des Kaffees allein, sondern weil das Erlebnis darin ein eigenes Kapitel deiner Reise wird.
Von vergoldeten Spiegeln in Paris bis zu minimalistischen Holzinterieurs in Tokio: Die schönsten Cafés der Welt sind so unterschiedlich wie die Städte, in denen sie stehen. Wir haben sie besucht, verglichen und die besten herausgepickt.
Welche Cafés in Paris lohnen sich wirklich?
Café de Flore im 6. Arrondissement ist eine Institution. Sartre und Simone de Beauvoir schrieben hier, heute kostet ein Café au lait etwa 5,50 Euro, ein Croissant 4 Euro. Die roten Lederbänke, die Markise und der Blick auf den Boulevard Saint-Germain machen jeden Besuch zur kleinen Zeitreise. Geh gegen 8 Uhr morgens, dann ist es ruhig.
Angelina nahe dem Louvre ist bekannt für seinen heißen Schokolade-Klassiker „L’Africain” für 8,50 Euro. Der Salon mit Belle-Époque-Fresken und goldenen Wandleuchten sieht aus wie ein Filmset. An Wochenenden stehst du vor der Tür, also lieber dienstags oder mittwochs gehen. Tickets für die benachbarten Tuilerien-Gärten gibt es übrigens kostenlos.
Was macht das Wiener Kaffeehaus so besonders?
In Wien ist das Kaffeehaus keine Trenderscheinung, sondern Kulturgut. Die UNESCO hat die Wiener Kaffeehauskultur ins immaterielle Kulturerbe aufgenommen. Das musst du einmal selbst erlebt haben.
Café Central im 1. Bezirk war Treffpunkt von Sigmund Freud, Leon Trotzki und Arthur Schnitzler. Heute zahlt man für einen Melange (Österreichs Antwort auf den Cappuccino) rund 5 Euro, dazu passt ein Stück Apfelstrudel für 6,80 Euro. Die Gewölbedecken sind atemberaubend. Kein Wifi, keine Eile. Das ist Absicht.
Café Schwarzenberg auf dem Ring ist das älteste noch existierende Kaffeehaus Wiens (1861). Dunkelrotes Holz, Marmortische, Zeitungen am Ständer. Ein Ort, an dem die Zeit tatsächlich langsamer läuft. Plane mindestens zwei Stunden ein.
Wenn du Wien planst, schau dir auch die Where-to-Stay-Guide zu Wien an, um das passende Viertel zu finden.
Warum sind Cafés in Tokio eine eigene Reisekategorie?
In keiner anderen Stadt gibt es so viele spezialisierte Kaffeehäuser wie in Tokio. Third-Wave-Kaffee aus Äthiopien, Katzenkatzen-Cafés in Harajuku, Manga-Kissatens in Akihabara. Das ist kein Klischee, das ist Alltag.
Fuglen Tokyo in Tomigaya stammt aus Oslo und hat sich als Tokioter Geheimtipp etabliert. Skandinavisches Design, hervorragende Single-Origin-Kaffeebohnen. Ein Flat White kostet 700 Yen (ca. 4,50 Euro), der Raum ist Instagram-Pflicht. Öffnet täglich um 8 Uhr.
Blue Bottle Coffee Nakameguro ist vielleicht das fotogenste Café der Stadt. Direkt am Meguro-Fluss, weiße Wände, offene Küche. Im Frühling kommt die Kirschblüte dazu. Dann kostet der Espresso 700 Yen, aber der Blick ist umsonst.
Tokio kombiniert sich gut mit einer längeren Reise durch Japan. Für Inspiration hilft der Japan-3-Wochen-Route-Guide.
Lissabon und Budapest: Unterschätzte Café-Städte?
Lissabon hat längst mehr zu bieten als Pastéis de Nata. A Brasileira in Chiado ist seit 1905 geöffnet. Der Schriftsteller Fernando Pessoa saß hier. Die Atmosphäre ist ein Mix aus Patina, Schmutzigkeitscharm und echtem Lisboa-Feeling. Ein Bica (Espresso) kostet 0,90 Euro. Nirgendwo in Europa trinkt man für dieses Geld besser Kaffee.
Palácio do Chiado ist für ein schönes Ambiente, aber es ist eher Restaurant als Café. Besser: Quiosque de São Pedro de Alcântara ein kleiner Kiosk mit Blick über die Alfama und die Tejo-Mündung. Gibt es überall in der Stadt für 1-2 Euro pro Kaffee. Für deine Übernachtungsplanung hilft der Lissabon-Guide.
In Budapest ist das New York Café das aufwändigste Kaffeehaus der Welt. So nennt es zumindest der Lonely Planet. Riesige Fresken, Gold überall, Kronleuchter. Ein Cappuccino kostet 2.800 HUF (ca. 7,50 Euro). Es klingt touristisch, weil es touristisch ist. Und trotzdem lohnt es sich.
Budapest lässt sich wunderbar mit einer Reise in die Region kombinieren. Was Wien und Budapest gemeinsam haben, zeigt der Städteguide zu Wien.
Wie erkennst du ein wirklich gutes Café?
Ein schönes Café hat nicht unbedingt die besten Baristas. Achte auf drei Dinge: Erstens die Stammgäste. Sitzen dort Einheimische oder nur Touristen mit Selfie-Sticks? Zweitens die Karte. Wenige Optionen, gute Rohstoffe, kein Flaschensaucen-Chai-Latte-Menü mit 40 Positionen. Drittens die Ruhe. Die besten Cafés lassen dich sitzen, ohne nach 30 Minuten nervös auf die Uhr zu schauen.
Bevor du reist: Schau nach den Öffnungszeiten auf der jeweiligen Website. Viele der Top-Cafés öffnen nicht täglich oder haben saisonale Schließzeiten. Das Vienna Tourist Board hat eine kuratierte Liste der traditionellen Wiener Kaffeehäuser.
Speichere die Auswahl im Zercy Logbook, damit du beim Buchen alle Optionen zur Hand hast.
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Häufige Fragen
Was kostet ein Besuch im Café de Flore in Paris?
Ein Café au lait kostet etwa 5,50 Euro, ein Croissant 4 Euro. Das klingt viel für Kaffee, aber du zahlst für die Atmosphäre und das historische Ambiente. Frühmorgens (vor 9 Uhr) ist es am ruhigsten und günstigsten in der Stimmung.
Warum ist das Wiener Kaffeehaus auf der UNESCO-Liste?
Die UNESCO hat die Wiener Kaffeehauskultur 2011 als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Es geht nicht nur um den Kaffee, sondern um die Praxis: stundenlang sitzen, Zeitung lesen, denken, ohne Konsumzwang. Das ist ein gelebtes Gesellschaftsmodell, das anderswo so nicht existiert.
Wo findet man die schönsten Café-Interiors in Tokio?
Fuglen Tokyo in Tomigaya, Blue Bottle Nakameguro und das Streamer Coffee Company in Shinjuku gelten als die schönsten Third-Wave-Cafés. Für traditionelle Atmosphäre sind Kissaten-Cafés in den älteren Stadtteilen wie Koenji oder Shimokitazawa empfehlenswert.
Wie vermeide ich überfüllte Touristencafés?
Geh früh (vor 9 Uhr) oder spät (nach 15 Uhr). Vermeide Wochenenden bei bekannten Adressen. Schau auf Google Maps nach den Stoßzeiten vor dem Besuch. Viele der besten Cafés sind ohnehin etwas versteckt und nicht auf jedem Instagram-Profil vertreten.
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