Die schönsten Orte in Frankreich: Provence, Côte d'Azur, Mont-Saint-Michel und mehr
Frankreich ist das meistbesuchte Reiseland der Welt. Und trotzdem ist es leicht, an ihm vorbeizureisen. Wer nur Paris sieht, sieht einen winzigen Ausschnitt. Das eigentliche Frankreich beginnt, wenn du die Stadt hinter dir lässt: die Lavendelfelder der Haute-Provence, die gezackten Klippen der Normandie, die Weinbergpfade des Elsass, die Sandstrände der Atlantikküste.
Dieser Artikel ist kein Paris-Guide. Es geht um die Orte, für die du eine Reise nach Frankreich planst. Landschaften und Städte, die weit mehr liefern als Postkartenmotive.
Welche Region Frankreichs ist die schönste?
Die Provence ist für viele der Inbegriff Frankreichs. Das liegt nicht nur am Lavendel, sondern an der Kombination aus Licht, Landschaft, Kulissen und Tempo. Das Vaucluse-Plateau um Valensole bietet zwischen Mitte Juni und Ende Juli die dichtesten Lavendelfelder Europas. Das Luberon-Massiv, das der Schriftsteller Peter Mayle weltberühmt gemacht hat, versteckt Dörfer wie Gordes, Ménerbes und Roussillon in einer Kulisse aus Ocker, Lavendel und Olivenhainen.
Dazu kommen die Gorges du Verdon: die Grand Canyon Frankreichs. 25 Kilometer lange, bis zu 700 Meter tiefe Schlucht, türkisgrünes Wasser, Kanufahren, Klettern. Für Wanderungen und Bootsverleih ist die Gemeinde Castellane ein guter Ausgangspunkt. Die offizielle Tourismus-Site der Region bietet Informationen unter Provence Tourism.
Warum ist die Côte d’Azur mehr als ein Promi-Strand?
Der Ruf der Côte d’Azur als Spielwiese der Reichen ist hartnäckig. Das Interessante liegt aber abseits der Yachtmarinas. Die Küste zwischen Toulon und Menton bietet extrem viel Abwechslung:
Cassis ist ein kleines Fischerdorf zwischen Marseille und Toulon, das von Kreideweißen Klippen (den Calanques) umschlossen wird. Die Calanques de Port-Miou, Port-Pin und En-Vau sind Felsbuchten mit türkisem Wasser, erreichbar per Boot oder zu Fuß. Wer günstig fliegen nach Marseille oder Nizza will, hat Cassis leicht im Tagesausflug.
Eze liegt auf einem Felsgrat 427 Meter über dem Meer zwischen Nizza und Monaco. Das Dorf ist winzig, aber der Ausblick auf das Mittelmeer gehört zu den besten der gesamten Küste. Kühl und grün auch im Hochsommer.
Antibes ist größer als Eze, lebendiger als Cannes und erschwinglicher als Monaco. Der Alte Hafen, der Marché Provençal und das Picasso-Museum im Château Grimaldi machen es zu einem der vollständigsten Küstenorte der Riviera.
Was macht Mont-Saint-Michel so besonders?
Mont-Saint-Michel ist eine der meistfotografierten Stätten der Welt und trotzdem jedes Mal neu beeindruckend. Die mittelalterliche Felseninsel ragt aus dem Wattenmeer der Normandie heraus. Bei Flut ist die Abtei von Wasser umgeben. Bei Ebbe erstreckt sich flacher Sand bis zum Horizont. Der Gezeiten-Effekt ist außergewöhnlich: Bis zu 14 Meter Unterschied zwischen Ebbe und Flut, einer der extremsten weltweit.
Die Stimmung ist morgens am besten: vor 8 Uhr sind kaum Besucher da, das Licht ist weich, die Gassen still. Im Sommer kommen täglich bis zu 13.000 Touristen. Tickets für die Abtei im Voraus buchen. Für Zeiten und Gezeiten-Tabellen: Mont-Saint-Michel offizielle Site.
Für die Anreise: Der nächste Flughafen ist Rennes (75 km) oder Mont-Saint-Michel liegt auf halbem Weg zwischen Paris und Bretagne, gut mit dem TGV nach Rennes zu kombinieren.
Welche anderen Orte lohnen sich unbedingt in Frankreich?
Das Elsass wird oft unterschätzt. Die Region zwischen Vogesen und Rhein ist ein Sonderfall: deutsch geprägt in Architektur und Küche, aber mit einer Identität, die klar elsässisch ist. Straßburg mit seiner Altstadt (UNESCO), Colmar mit seinen bunten Fachwerkhäusern entlang des kleinen Canals und die Route des Vins, der Weinstraße entlang der Vogesen, sind drei verschiedene Reisen in einer Region.
Die Loire ist die letzte wilde Flusslandschaft Mitteleuropas und gleichzeitig die dichteste Schlosskonzentration der Welt. Chambord hat über 400 Räume und die ikonische Doppelhelix-Treppe (angeblich von Leonardo da Vinci entworfen). Chenonceau überspannt die Cher. Amboise hat das Schloss, in dem Leonardo da Vinci starb. Ein Leihfahrrad auf dem Loire-à-Vélo-Weg ist die entspannteste Art, diese Konzentration von Geschichte zu erleben.
Annecy nennen viele das Venedig der Alpen. Ein See wie Flüssigmalachit, von Alpengipfeln umrahmt, mit einer Altstadt, durch die Kanäle fließen. Die beste Zeit ist Frühling bis September, aber auch im Winter ist der Ort schön. Wer Flüge und Hotels für Annecy sucht, landet meistens in Genf (45 Minuten entfernt).
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Häufige Fragen
Welche Orte in Frankreich sind am sehenswertesten?
Die Provence (Luberon, Verdon-Schlucht), die Côte d’Azur (Cassis, Eze, Antibes), das Elsass (Colmar, Straßburg), die Loire-Schlösser und Mont-Saint-Michel gehören zu den landschaftlich und kulturell stärksten Zielen Frankreichs außerhalb von Paris.
Wann ist die beste Reisezeit für Frankreich?
Frühling (April bis Juni) und Frühherbst (September bis Oktober) sind ideal. Die Provence hat Lavendelhochzeit Mitte Juni bis Ende Juli. Die Côte d’Azur ist im Juli und August überlaufen und teuer. Das Elsass ist im Oktober zur Weinlese besonders schön.
Wie viele Tage braucht man für eine Frankreich-Reise?
Für Paris allein reichen 4-5 Tage. Eine Rundreise durch Provence, Côte d’Azur und Rhône-Tal braucht 10-12 Tage. Wer das Elsass dazunimmt oder die Loire abfährt, sollte 14+ Tage einplanen.
Was ist der schönste Ort in Frankreich außerhalb von Paris?
Das hängt vom Geschmack ab. Für Natur: die Gorges du Verdon. Für Architektur: Straßburg oder Mont-Saint-Michel. Für Strand: Cassis oder die Calanques. Für Wein und Ruhe: die Route des Vins im Elsass oder die Loire.
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