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Trinkgeld weltweit: Was du in welchem Land geben solltest

11. Mai 2026 · 5 min Lesezeit

Ein Restaurant in Tokio. Die Rechnung kommt. Du legst 10% oben drauf. Der Kellner kommt zurück, höflich aber bestimmt, und legt das Geld wieder auf den Tisch. Peinlich? Nein. Du hast einfach die lokale Regel nicht gekannt.

In den USA passiert das Gegenteil. 15% Trinkgeld beim Taxi gelten als beleidigend wenig. Die Erwartung liegt bei 20% oder mehr. Wer das nicht kennt, hinterlässt einen bleibenden schlechten Eindruck und manchmal auch einen offenen Konflikt.

Trinkgeld ist kulturell. Es gibt keine universelle Regel. Dieser Guide gibt dir die ehrliche Übersicht nach Region, Service und Situation.

In welchen Ländern ist Trinkgeld Pflicht?

USA: 18-22% im Restaurant sind Standard

Amerika führt diese Kategorie an. Trinkgeld ist in den USA keine Geste, sondern ein fester Teil des Lohnsystems. Server in vielen Bundesstaaten verdienen weniger als 3 USD pro Stunde Grundlohn. Alles andere kommt von Trinkgeldern. 18% sind Minimum, 20% Standard, 22-25% für sehr guten Service. Beim Taxi 15-20%, beim Hotel-Housekeeping 2-5 USD pro Tag, beim Tour-Guide 10-15 USD pro Person.

Kanada und Mexiko: Ähnliches System

Kanada folgt weitgehend dem US-Modell. 15-20% im Restaurant, ähnlich beim Taxi. Mexiko hat eine starke Trinkgeldkultur mit 10-15% in Restaurants. Streetfood und Märkte brauchen kein Trinkgeld. Resorts mit All-Inclusive haben oft eigene Empfehlungen am Check-out.

Lies unseren Guide zu günstig fliegen bevor du nach Nordamerika buchst: mit dem richtigen Timing sparst du manchmal mehr als du an Trinkgeld gibst.

Wo ist Trinkgeld üblich aber nicht zwingend?

Europa: 5-10% oder aufrunden

In den meisten europäischen Ländern gibt es keine fixe Trinkgelderwartung, aber eine Kultur des Aufrundens und kleiner Gesten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz rundest du auf und lässt 5-10% liegen, wenn der Service gut war. In Frankreich, Spanien und Italien ist “service compris” manchmal bereits in der Rechnung, ein kleines Extra von 1-3 EUR wird trotzdem gerne gesehen.

Großbritannien liegt zwischen Europa und USA. 10-15% in Restaurants ist üblich, außer “service charge” ist schon drauf.

Beim Taxi in Europa: runden auf oder 5-10%, nie zwingend. Hotel-Housekeeping: 1-2 EUR pro Tag ist eine nette Geste.

ServiceDeutschlandFrankreichSpanienUK
Restaurant5-10%5% extra5-10%10-15%
Taxiaufrundenaufrunden5-10%10%
Hotel Housekeeping1-2 EUR/Tag1-2 EUR/Tag1 EUR/Tag1-2 GBP/Tag
Tour-Guide5-10 EUR5-10 EUR5-10 EUR5-10 GBP

Wo ist Trinkgeld optional aber geschätzt?

Südostasien: 1-2 USD reichen

In Thailand, Vietnam, Bali und Kambodscha gibt es traditionell keine Trinkgeldkultur. Der Tourismus hat das verändert. In touristischen Restaurants und Hotels ist ein kleines Extra willkommen, aber nie erwartet.

Praktische Regel: 20-50 Baht in Thailand, 20.000-50.000 Dong in Vietnam, 10.000-20.000 Rupiah in Bali. Das entspricht jeweils ungefähr 0,50 bis 2 EUR. Beim Massagetherapeuten und Tour-Guide darf es etwas mehr sein: 100-200 Baht, 5-10 USD.

Indien und Sri Lanka

“Service charge” ist in vielen Restaurants bereits auf der Rechnung. Zusätzliches Trinkgeld von 5-10% wird trotzdem gerne gesehen. Taxifahrer: runden auf. Guides: 200-500 INR (2-6 EUR) pro Tag bei Halbtagstouren.

In welchen Ländern solltest du kein Trinkgeld geben?

Japan: Höfliche Ablehnung ist Standard

Japan ist das wichtigste Beispiel. Trinkgeld geben gilt in Japan nicht als unhöflich, sondern als irreführend. Es suggeriert, der Servicemitarbeiter brauche Almosen, was als demütigend wahrgenommen werden kann. Der Preis im Restaurant ist der vollständige Preis. Das Konzept heißt “omotenashi”: bedingungslose Gastfreundschaft, ohne Gegenleistungserwartung.

Was passiert, wenn du trotzdem Trinkgeld gibst? Der Mitarbeiter wird es dir höflich zurückgeben, manchmal mit beiden Händen und einer leichten Verbeugung. Es gibt keine schlechten Folgen, aber du machst beide Seiten verlegen.

Südkorea und China

Ähnliche Kultur wie Japan: kein Trinkgeld erwartet, in vielen Fällen abgelehnt. In modernen Cafés und touristischen Restaurants in China ändert sich das leicht, aber als Regel gilt weiterhin: kein Trinkgeld nötig.

Konkrete Tabelle für Hauptkategorien:

LandRestaurantTaxiHousekeepingTour-Guide
USA18-22%15-20%2-5 USD/Tag10-15 USD
Deutschland5-10%aufrunden1-2 EUR/Tag5-10 EUR
Thailand20-50 Bahtaufrunden20-50 Baht100-200 Baht
Japan0000
Südkorea0000

Kreditkarte oder Bargeld beim Trinkgeld?

Kreditkarte: In den USA und Kanada gibt es auf dem Terminal meistens eine Trinkgeldzeile. Das Geld geht direkt an den Betrieb, manchmal erst mit Abrechnung am Monatsende ans Team. Viele Server bevorzugen Bargeld, weil es sofort bei ihnen ankommt.

In Asien und Südeuropa ist Bargeld immer besser. Kreditkarte-Trinkgeld landet oft im System und erreicht den Servicemitarbeiter nie direkt.

Eine praktische Ressource für lokale Trinkgeldgewohnheiten ist tipping.org, die internationale Trinkgeld-Datenbank mit länderspezifischen Regeln.

Damit du beim Reisen nie auf dem Trockenen sitzt: lies unseren Guide zu Geld im Ausland für die besten Strategien zu Wechselkursen und Gebühren.


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Häufige Fragen

Was passiert wenn du in Japan Trinkgeld gibst?

Der Servicemitarbeiter wird es dir höflich zurückgeben. Meistens mit beiden Händen und einer leichten Verbeugung. Es gibt keine negativen Konsequenzen, aber du vermeidest eine peinliche Situation für beide Seiten, wenn du einfach keins gibst.

Wie viel Trinkgeld ist in den USA angemessen?

18% ist heute in den USA das Minimum für normalen Service im Restaurant. 20% ist der Standard, 22-25% für sehr guten Service. Beim Taxi 15-20%. Hotel-Housekeeping 2-5 USD pro Tag. Tour-Guide 10-20 USD pro Person und Tag.

Warum gibt es in manchen Ländern kein Trinkgeld?

In Ländern wie Japan und Südkorea ist Gastfreundschaft ein Teil des berufsethischen Selbstverständnisses, keine Serviceleistung die separat entlohnt wird. Löhne in der Gastronomie sind entsprechend höher angesetzt als in den USA. Das System trägt sich ohne Trinkgeld.

Welche Währung nimmt man für Trinkgeld im Ausland?

Lokale Währung ist fast immer die bessere Wahl. In stark touristischen Regionen (Karibik, Teile Südostasiens) wird auch USD akzeptiert. Euromünzen und -scheine sind außerhalb der Eurozone wenig hilfreich. Kleine Scheine und Münzen in lokaler Währung immer griffbereit halten.


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