Fernweh

Usbekistan: Der Guide zur legendären Seidenstraße

14. Mai 2026 · 8 min Lesezeit

Es gibt Reisen, bei denen du das Wort “Geschichte” nach der Rückkehr anders aussprichst. Usbekistan ist eine davon. Samarkand war das Herz eines Weltreichs. Buchara hatte mehr Bibliotheken als Paris. Chiwa ist eine Innenstadt, die so gut erhalten ist, dass sie sich wie ein Freilichtmuseum anfühlt, nur dass echte Menschen darin wohnen. Und das alles auf einer Route, die du mit einem einzigen Visum und einem Hochgeschwindigkeitszug bereisen kannst.

Usbekistan ist kein schwieriges Reiseziel mehr. Es ist zugänglich, infrastrukturell deutlich verbessert und für Erstbesucher aus Europa eine der lohnendsten Fernreisen überhaupt.

Was sind die Highlights in Samarkand?

Samarkand ist die Stadt, die Tamerlan zur Hauptstadt seines Imperiums wählte. Das sieht man. Der Registan-Platz ist das zentrale Ensemble: drei majestätische Medressen aus dem 15. und 17. Jahrhundert, deren türkisfarbene Kachelmosaike in der Abendsonne leuchten. Es ist ein Platz, auf dem du zwanzig Minuten stehst und nicht weitergehst.

Das Gur-e-Amir-Mausoleum ist Tamerlans Grabmal. Schlicht von außen, überwältigend innen. Blauer Kuppelraum, Onyx und Marmor. Der Bibi-Khanum-Komplex ist eine Moschee, die einst die größte der islamischen Welt war, heute zur Hälfte rekonstruiert, zur Hälfte ursprünglich.

Samarkand braucht zwei Tage. Nicht weniger.

Was macht Buchara und Chiwa besonders?

Buchara: Eine Karawanenstadt, die ihren mittelalterlichen Charakter weitgehend bewahrt hat. Die Ark-Festung thront über der Stadt. Der Poi Kalyan-Komplex mit dem Kalon-Minarett und der Kalon-Moschee. Enge Gassen mit kleinen Teehauszimmern, Handwerkern und duftenden Gewürzmärkten. Buchara ist entspannter als Samarkand, angenehmer für langsames Erkunden.

Chiwa (Khiva): Die am besten erhaltene Altstadt Zentralasiens, das Itchan Kala. UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Labyrinth aus Moscheen, Medressen, Mausoleen, alles innerhalb einer Stadtmauer. Es ist kleiner als Samarkand und Buchara, aber dichter. Du gehst um eine Ecke und stehst vor einem tausend Jahre alten Portal. Chiwa liegt im Westen, nahe der Grenze zu Turkmenistan, und erfordert etwas extra Reisezeit.

Wann ist die beste Reisezeit für Usbekistan?

April bis Juni und September bis Oktober. Die Temperaturen liegen bei 20 bis 30 Grad, ideal für Stadterkundungen und Ausflüge ins Umland.

Sommer (Juli, August) ist extrem heiß. Buchara und Chiwa in der Kyzylkum-Wüste: Temperaturen über 40 Grad. Die Städte sind wunderschön, aber kurze Mittagspausen im Café sind dann keine Option, sondern Pflicht.

Winter (November bis März) ist kalt bis sehr kalt. Samarkand und Buchara können unter Null fallen. Touristisch ruhig, aber für gut ausgerüstete Reisende stimmungsvoll.

Das Tourismus-Komitee Usbekistans bietet aktuelle Eventkalender.

Wie kommt man durch Usbekistan?

Der Afrosiyob-Hochgeschwindigkeitszug verbindet Taschkent, Samarkand und Buchara. Taschkent-Samarkand in 2,5 Stunden, Samarkand-Buchara in 1,5 Stunden. Tickets buchst du online über die Uzbekistan Railways Plattform. Preise sind günstig: umgerechnet 10 bis 20 Euro für die Hauptstrecken.

Chiwa liegt außerhalb der Hochgeschwindigkeits-Linie. Die schnellste Option ist ein Inlandsflug (Taschkent oder Buchara nach Urgench, dann Taxi nach Chiwa). Alternativ: Nachtzug, abenteuerlich aber günstig.

Visum: E-Visum online beantragbar unter e-visa.uz. Kosten: 20 USD, gültig 30 Tage, Bearbeitungszeit 3 bis 7 Werktage. Für die meisten europäischen Nationalitäten.

Was kostet eine Usbekistan-Reise?

Usbekistan ist eines der günstigsten Fernreiseziele überhaupt.

Unterkunft: Guesthouse in der Altstadt 20 bis 40 Euro, Boutique-Hotel 50 bis 80 Euro. Traditionelle Caravanserai-Hotels in Buchara sind besonders atmosphärisch.

Essen: Lokale Plov (Reisgericht mit Lammfleisch, Nationalküche) für 2 bis 4 Euro. Restaurant-Abendessen 6 bis 12 Euro.

Zugtickets: 10 bis 20 Euro pro Strecke.

Gesamtbudget für 10 Tage inklusive Inlandsflug nach Chiwa, ohne internationale Flüge: 500 bis 900 Euro. Mit Flug aus Europa (Taschkent ab Frankfurt, Wien oder Warschau, ca. 400 bis 700 Euro Hin-Rückflug): Gesamtreise für rund 1.000 bis 1.600 Euro.


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Häufige Fragen

Wie sicher ist Usbekistan für Reisende?

Usbekistan ist für Reisende sicher. Kriminalität gegen Touristen ist selten. Die Städte entlang der Seidenstraße sind gut touristisch erschlossen. Das Außenministerium oder das Auswärtige Amt listet Usbekistan als sicheres Reiseland ohne besondere Warnhinweise.

Welche Währung wird in Usbekistan verwendet?

Usbekistanischer Sum (UZS). Der Kurs liegt bei etwa 12.000 bis 13.000 Sum pro Euro (Stand 2026). Wechsel am besten bei Banken oder lizenzierten Wechselstuben. Karten werden in Taschkent gut akzeptiert, in kleineren Städten und auf dem Markt nur Bargeld. Geld am besten nach Ankunft in Taschkent tauschen.

Welche Sprache wird in Usbekistan gesprochen?

Usbekisch ist die Amtssprache, Russisch verbreitet als zweite Sprache besonders bei der älteren Generation. In touristischen Gebieten sprechen Hoteliers und Führer oft Englisch. In Märkten und abseits der Touristenpfade ist Russisch nützlicher als Englisch.

Was ist das Besondere an der usbekischen Küche?

Plov (Pilaw) ist das Nationalgericht: ein Reistopf mit Lammfleisch, Karotten, Zwiebeln und Gewürzen, in großen gusseisernen Töpfen über offenem Feuer zubereitet. Samsa sind Teigdreiecke gefüllt mit Lamm oder Gemüse, frisch aus dem Tandoor-Ofen. Lagman ist eine Nudelsuppe, ein zentralasiatisches Ramen. Usbekisches Brot (Non) aus dem Tandoor ist eine eigene Kategorie.

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