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Reiseziele

Beste Wüstenreiseziele weltweit: Sahara, Wadi Rum, Atacama & Co.

12. Juni 2026 · 7 min Lesezeit

Wüsten polarisieren. Die einen schreckt das Bild von endloser Hitze und Leere ab. Die anderen werden von genau diesem Bild angezogen. Wer einmal in einer echten Wüste war, weiß: Es gibt kein einsameres, ruhigeres und gleichzeitig überwältigenderes Landschaftsgefühl auf der Erde. Dieser Guide zeigt dir die besten Wüstenreiseziele weltweit, mit allem, was du für die Reise wissen musst.

Wüsten sind nicht gleich Wüsten. Die Sahara ist orange-roter Sand, schier endlos, mit Berber-Lagern und Kamelkarawanen. Wadi Rum ist rote Felslandschaft aus einem Science-Fiction-Film. Die Atacama ist die trockenste Wüste der Erde und trotzdem voller Farbe: Geysire, Salzseen, Flamingos. Jede hat ihre eigene Persönlichkeit.

Welche Wüste ist die richtige für dich?

Die Antwort hängt von deinen Prioritäten ab. Bist du nach Sternenhimmel, nach Kultur, nach Abenteuer oder nach Luxus?

Sahara, Marokko (Erg Chebbi / Merzouga): Der Klassiker. Orange Sanddünen bis zu 150 Meter Höhe, Kameltreks, Nächte unter dem Sternenhimmel. Erg Chebbi bei Merzouga ist der bekannteste Sahara-Zugang aus Marokko. Geführte Tagestouren ab 40 Euro, Luxuscamps ab 150 Euro pro Nacht. Kombination mit einem Marokko Städtetrip liegt nahe: Fès, Marrakesch, dann Wüste. Reisezeit: Oktober bis April (Sommer unerträglich heiß, 45-50 Grad).

Sahara, Algerien und Tunesien: Weniger touristisch als Marokko, aber aufwendiger zu organisieren. Algeriens Süden bietet die spektakulärsten Dünenlandschaften der Sahara (Erg Admer, Erg Erg). Tunesiens Sahara im Süden rund um Douz ist gut erreichbar. Reisezeit: Oktober bis März.

Wadi Rum, Jordanien: Rote Felsformationen, tiefe Stille, das Gefühl auf dem Mars zu sein. Kein Zufall: Wadi Rum ist Drehort für etliche Weltraumfilme (The Martian, Rogue One). Eine Übernachtung im Beduinenlager gehört zwingend dazu. Preise: einfache Camps ab 50 Euro, Luxus-Bubble-Tents bis 400 Euro pro Nacht. Kombiniere es mit Petra (2 Stunden Fahrt) und dem Toten Meer. Reisezeit: März bis Mai und Oktober bis November.

Die Website des offiziellen Tourismusbüros Visit Jordan listet lizenzierte Wüsten-Camps und gibt Sicherheitshinweise für die Region.

Atacama, Chile: Die trockenste Wüste der Erde. Nicht das, was du dir vorstellst: kein klassischer Sandozean, sondern eine Hochplateau-Wüste auf 2.400 Metern Höhe. Salzseen, Flamingos, farbige Gesteinsformationen, Geysire (El Tatio, 4.300 Meter). Das Observatorium ALMA (das größte Radioteleskop der Welt) liegt hier. Nächte mit dem dunkelsten Sternenhimmel der Welt. Basisort: San Pedro de Atacama. Reisezeit: ganzjährig möglich, Hochsommer (Dezember bis Februar) bringt gelegentliche Regenschauer im Hochland (Altiplano).

Namib, Namibia: Die älteste Wüste der Welt (55-80 Millionen Jahre). Sossusvlei mit seinen roten Sanddünen (bis 300 Meter, Dune 45 ist das Wahrzeichen) und dem weißen Deadvlei-Tonboden mit abgestorbenen Akazien ist eines der meistfotografierten Naturbilder der Erde. Direkt daneben: die Skeleton Coast (Schiffswracks, Robbenkolonien). Reisezeit: Mai bis Oktober (trocken, kühl). Im Sommer Temperaturen bis 45 Grad. Kombination mit Safari im Etosha National Park.

White Sands, New Mexico, USA: Nicht Afrika, nicht Asien. Aber anders als alles andere: 710 Quadratkilometer reiner, weißer Gips-Sand. Der Nationalpark ist ganzjährig geöffnet, Camping möglich. Kein Klettern auf den Dünen zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang (militärische Sperrzone). Reisezeit: April bis Oktober.

Wann ist die beste Zeit für eine Wüstenreise?

Die goldene Regel: Vermeide den Hochsommer in der jeweiligen Hemisphäre. Konkret:

In der Atacama schwanken die Temperaturen extrem: tagsüber 25 Grad, nachts unter 5 Grad. Schichten packen ist Pflicht.

Wie kommt man in Wüsten am besten zurecht?

Ein paar praktische Regeln, die den Unterschied machen:

Wasser: Mindestens 3-4 Liter pro Person pro Tag einplanen. In Mehrtages-Trekkings (Sahara, Atacama) werden Wasservorräte vom Guide geregelt. Bei Tagesausflügen immer mehr mitnehmen, als du denkst zu brauchen.

Kleidung: Helle, lockere, langärmlige Kleidung schützt besser vor der Sonne als T-Shirts. Kopfbedeckung und Sonnenbrille sind Pflicht. Nachts: Fleece-Jacke oder Daunenjacke, da die Temperaturen stark fallen.

Guide oder allein? In der Sahara (Marokko, Algerien) und Wadi Rum: lokale Guides sind dringend empfohlen, teils Pflicht. In der Atacama und White Sands: gut markierte Wege, kein Guide nötig für Standardtouren. In der Namib (Sossusvlei): Selbstfahrer mit 4x4 möglich.

Reiseversicherung: Evakuierungsversicherung ist in abgelegenen Wüstenregionen sinnvoll. Einige Camps bieten auch GPS-Tracking-Geräte an.

Für die Kombination Wüste plus Küste ist der Vietnam 2-Wochen-Guide ein gutes Beispiel für ein Land mit mehreren Landschaftstypen auf engem Raum. Ähnliches gilt für Marokko, Jordanien und Chile.


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Häufige Fragen

Welche Wüste ist am leichtesten zu bereisen?

Die Sahara in Marokko (Erg Chebbi, Merzouga) ist der zugänglichste Wüsten-Einstieg weltweit. Gute Infrastruktur, viele geführte Touren, günstiger Einstieg ab 40 Euro für Tagestouren. Kein Visum nötig für EU-Bürger, direkte Flüge von Europa nach Marrakesch oder Casablanca, dann 9-10 Stunden Fahrt oder Overnight-Bus.

Wann sollte man Wadi Rum besuchen?

Die beste Zeit ist März bis Mai und Oktober bis November. Die Temperaturen sind dann angenehm (20-30 Grad tagsüber, 10-15 Grad nachts). Der jordanische Sommer (Juni bis August) bringt bis zu 40 Grad. Im Winter (Dezember bis Februar) sind die Tage perfekt, die Nächte kalt (unter 5 Grad, manchmal Frost).

Wie teuer ist eine Übernachtung in der Wüste?

Das variiert stark. Einfache Beduinen-Camps in Marokko oder Jordanien kosten 40-80 Euro pro Person inklusive Abendessen und Frühstück. Mid-Range-Camps mit Luxuszelten 120-200 Euro. Premium-Bubble-Tents oder Glasdach-Zelte in Wadi Rum: 250-400 Euro pro Nacht. In der Atacama (Chile) liegt das Preisniveau generell höher: 100-200 Euro für gute Unterkünfte in San Pedro de Atacama.

Warum ist die Atacama die trockenste Wüste der Erde?

Die Atacama liegt zwischen zwei Gebirgsketten (Anden und Küstenkordillere), die Regen blockieren, und einem kalten Meeresströmung (Humboldt-Strom), die die Verdunstung verhindert. Manche Stationen im Kerngebiet haben in 400 Jahren keinen Niederschlag gemessen. Die Höhenlage (2.400 bis 5.000 Meter) macht das Klima extrem: tagsüber warm, nachts unter 0 Grad.

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