Fernweh

Apulien: Italiens unterschätzter Süden

28. April 2026 · 7 min Lesezeit

Italien hat ein Süd-Problem in der Kommunikation. Toskana, Cinque Terre, Amalfiküste sind weltberühmt. Apulien? Die meisten kennen es nicht. Dabei ist es 2026 wahrscheinlich die schönste Region des Landes.

Türkises Meer, weiße Dörfer, eine eigene Architektur (Trulli), Burrata aus dem Heimatort, fast keine Massentouristen. Apulien ist Italiens Geheimtipp, der nicht mehr lange Geheimtipp bleiben wird.

Was macht Apulien so besonders?

Drei Dinge unterscheiden Apulien von anderen italienischen Regionen.

Die Geographie. Apulien ist der “Stiefelabsatz” Italiens. Das bedeutet: 800 Kilometer Küste auf zwei Meeren (Adria und Ionisches Meer). Mehr Strand pro Quadratkilometer als jede andere italienische Region.

Die Architektur. Die berühmten Trulli von Alberobello sind nur die spektakulärste Form. Auch die weißen Dörfer in der Valle d’Itria, die Höhlenstadt Matera (technisch Basilikata, aber nur 30 Minuten weg) und die Barockfassaden von Lecce sind einzigartig.

Das Essen. Burrata wurde hier erfunden (Andria, 1956). Orecchiette ist die regionale Pasta. Olivenöl aus 800 Jahre alten Bäumen. Frischer Fisch direkt vom Trabocco. Apulische Küche ist einfach, intensiv und meist günstiger als in der Toskana.

Welche Orte solltest du wirklich besuchen?

Sechs Stationen, die das Beste der Region abdecken.

Lecce. Das “Florenz des Südens”. Barocke Altstadt aus warmem gelbem Stein, fast vollständig autofrei. Ideal als Basis für 3-4 Nächte mit Tagesausflügen. Hat eine lebendige Studierendenkultur und viele moderne Cafés.

Alberobello. UNESCO-Welterbestätte mit den berühmten Trulli (kegelförmige Steinhäuser). Mittlerweile touristisch, aber morgens vor 10 Uhr und abends nach 18 Uhr fast leer.

Polignano a Mare. Felsenstadt mit weltberühmter Klippe. Strände in der Stadt, Aperitivo am Meer, Restaurants in Höhlen. Idealer Tagestrip von Bari oder Lecce.

Otranto. Östlichste Stadt Italiens, byzantinische Geschichte, türkises Meer. Weniger touristisch als die Westküste. Perfekt für 2 entspannte Nächte.

Matera. Technisch in Basilikata, aber zu nah um sie auszulassen. Die Sassi (Höhlenwohnungen) sind UNESCO-Welterbe und haben jeden Mel-Gibson-Film über Christus geprägt. 1 Nacht reicht.

Gargano-Halbinsel. Im Norden, weniger besucht. Wälder, Klippen, kleine Strandorte wie Vieste. Für Wanderer und Naturfreunde.

Die italienische Tourismusbehörde hat eine offizielle Übersicht zu allen Provinzen.

Wann ist die beste Reisezeit?

Mai, Juni und September sind ideal. Wasser warm genug zum Schwimmen (22-26 Grad), aber keine 40-Grad-Hitze wie im Juli und August. Apulien ist eine der heißesten Regionen Italiens im Hochsommer.

Juli und August sind voll und teuer. Hotels verdreifachen ihre Preise, Strände sind überlaufen, Mietwagen werden knapp. Vermeide diese Monate, wenn du flexibel bist.

Oktober und April funktionieren auch, vor allem für Städtetrips. Schwimmen ist nicht mehr immer möglich, aber Burrata schmeckt das ganze Jahr.

Falls du dich für andere unterschätzte italienische Reiseziele interessierst, lies auch unseren Modena-Ferrari-Museum-Guide.

Wie kommst du am besten hin?

Drei Routen funktionieren gut.

Flug nach Bari oder Brindisi. Die zwei Flughäfen Apuliens. Bari hat mehr Verbindungen, Brindisi ist näher an Lecce. Hin und zurück aus deutschen Städten: 80 bis 250 Euro je nach Saison. Im Sommer Monate vorher buchen.

Flug nach Neapel plus Mietwagen. Neapel ist gut angeschlossen, dann etwa 4 Stunden Fahrt nach Bari. Lohnt sich, wenn du Neapel und die Amalfiküste auch sehen willst.

Direktverbindung mit dem Zug. Aus München oder Wien Nachtzug nach Mailand, dann ICE bis Bari. Etwa 16 Stunden insgesamt, aber spannende Alternative für CO2-bewusste Reisende. Lies dazu unseren Nachtzug-Guide.

Mietwagen ist Pflicht, die öffentlichen Verkehrsmittel sind außerhalb der großen Städte schwach. Lies dazu unsere Mietwagen-Checkliste vor der Buchung. Etwa 30 bis 60 Euro pro Tag in Apulien.


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Häufige Fragen

Was kostet eine Woche Apulien?

Mit Mietwagen, Mittelklasse-Hotels und gutem Essen: 800 bis 1.300 Euro pro Person inklusive Flug. Etwa 30 Prozent günstiger als die Toskana oder Amalfiküste bei vergleichbarer Qualität.

Wann ist die beste Zeit für Apulien?

Mai, Juni und September. Wasser warm, Wetter angenehm, keine Massen. Juli und August nur wenn du Hitze und Hochpreise akzeptierst. Im Winter wird es kühl, aber die Städtetrips lohnen sich trotzdem.

Welche Stadt ist die beste Basis?

Lecce für 3-4 Nächte als Basis im Süden, Alberobello oder Polignano für 2-3 Nächte im Zentrum, Vieste für 2 Nächte im Norden falls Gargano interessiert. Eine Reise reicht selten für alle drei Regionen.

Wo isst man am besten in Apulien?

Direkt am Trabocco (Holz-Stege im Meer mit Restaurant) für Fisch, in Familien-Trattorien in Lecce für Pasta und Burrata, in Andria oder Castel del Monte für die berühmte original Burrata aus dem Heimatort.


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